Porto Venere, das Portal der Venus …

Tief türkisblaues wildes Wasser, das glitzernd gegen bizarres Felsgestein gischtet, geheimnisvolle Höhlungen in der Bucht, deren außerste Spitze eine malerische mittelalterliche, burgähnliche Kirche, San Pietro, in den Himmel empo hebt …
Porto Venere (eigentlich der Hafen der Venus) mutet mit der Mischung aus unwiderstehlicher Schönheit, Wildheit und Spiritualität – ebenso auch mit den lukullischen Genüssen der Eidielen – geradezu wie ein „Portal der Venus“ an.

Bereits im 1 Jh. vor Christus erwähnte man den Ort, Veneris Portus, als huldigendes Gleichnis der gleichnamigen göttlichen Schönheit und heute gehört er selbstverständlich zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Es soll tatsächlich einen Tempel der Venus hier gegeben haben und die Legende besagt, das Venus selbst vom Zauber dieses Ortes so berührt war, das sie hier die lange gesuchte beschauliche Ruhe fand und sich niederließ.

Als strategisch gut gelegener Hafen war diese Bucht im Laufe der Jahrtausende oft umkämpft, doch glücklicherweise immer wieder authentisch aufgebaut worden.
Wie fast alle der wundervollen Küstenorte im Golf der Dichter, schmiegen sich die farbigen Steinhäuser, Natursteinterassen, -Treppen und -Wege organisch in die herrliche Bucht.
Doch man spürt schnell, das hier eine etwas andere Energie als in den Nachbarorten herrscht. Wilder, unberechenbarer, aber auch irgendwie erhabener, noch schöner. Als ob die Inspiration, die hier so viele Künstler aus aller Herren Länder erfuhren, einen Hauch der weiten Welt mit der Magie der lokalen Schönheit verbindet.

Bekannte Schriftsteller und Dichter wie Virginia Woolf, Lord Byron, Percy Bysshe Shelley und Eugenio Montale, Maler wie Flaubert …, Richard Wagner (der jedoch vermutlich wegen einer Magen-Darmverstimmung nicht bis Orto Venere kam) schwärmen von dieser Gegend in den romantischsten Worten oder Farben … Sicher ist diese Manifestation der göttlichen Venus auch nicht ganz unschuldig an der Schwärmerei Goethes für Italien …